Die GT3 Revival Series gastiert vom 3. bis 5. Juli auf einer der berühmtesten Rennstrecken des internationalen Motorsports. Die neue Meisterschaft reiht sich beim Le Mans Classic Legend in ein beeindruckendes Starterfeld historischer Rennfahrzeuge ein.
Das Le Mans Classic wurde 2002 von Peter Auto und dem Automobile Club de l'Ouest ins Leben gerufen und etablierte sich schnell als eines der Highlights im internationalen Rennkalender. Seit der Premiere wurde die Veranstaltung alle zwei Jahre ausgetragen. Ab diesem Jahr findet sie jährlich statt und wechselt zwischen dem Le Mans Classic Heritage für Fahrzeuge aus den Jahren 1923 bis 1975 und dem Le Mans Classic Legend für Prototypen und GT-Fahrzeuge aus dem Zeitraum 1976 bis 2020. Weitere Informationen zur Veranstaltung gibt es hier.
Die GT3 Revival Series gehört zur letztgenannten Kategorie und ergänzt ein Programm, das von den Anfängen der Turbo-Ära bis hin zu GT-Fahrzeugen und Prototypen des 21. Jahrhunderts reicht. Das musst du vor dem Rennwochenende wissen.
Drei Klassen kämpfen in Le Mans um den Sieg
Die dritte Runde der neuen Serie hat ein Starterfeld von 41 Fahrzeugen angezogen. Vorausgegangen sind die Rennen auf dem Circuit Paul Ricard, wo die Serie gemeinsam mit der GT World Challenge Europe powered by AWS antrat, sowie beim Spa Classic. Das Feld ist erneut in drei Klassen aufgeteilt: ein gemeinsames Pro-Am-Feld sowie die beiden getrennten Am-Kategorien Gen I und Gen II.
Für alle drei Klassen gibt es eigene Podiumszeremonien. Zusätzlich wird der Iron Cup vergeben. Er geht an das bestplatzierte Fahrerteam mit einem gemeinsamen Alter von mindestens 100 Jahren beziehungsweise an den besten Einzelstarter, der mindestens 60 Jahre alt ist. Wie bereits in Spa gibt es außerdem einen Gaststarter, der früher mit einer anderen technischen Spezifikation in der IMSA antrat.
Insgesamt sind zehn Hersteller im Starterfeld vertreten. Die deutschen Schwergewichte Audi (R8 LMS und R8 LMS Ultra), BMW (Z4), Mercedes-Benz (SLS AMG GT3) und Porsche (997 GT3 R) treffen auf die italienischen Supersportwagenmarken Ferrari (458 und 458 Italia) und Lamborghini (Gallardo LP560 FL2 und LP600). Hinzu kommen die britischen Hersteller Aston Martin (DBRS9 und V12 Vantage) und McLaren (MP4-12C) sowie die amerikanischen Marken Corvette (Callaway Z06R) und Ford (GT Matech).
Die Am-Klasse Gen II umfasst 29 Fahrzeuge
Das größte und damit am stärksten umkämpfte Feld stellt Am Gen II mit 29 Fahrzeugen auf dem Circuit de la Sarthe. Die Klasse steht Fahrzeugen offen, die zwischen 2010 und 2013 homologiert wurden. Pro Fahrzeug sind ein oder zwei Fahrer mit Bronze-Einstufung zugelassen.
Die Kräfteverhältnisse wechselten zwischen den ersten beiden Veranstaltungen, wodurch sich ein enges Duell an der Spitze der Gesamtwertung entwickelte. Beim Saisonauftakt am Circuit Paul Ricard dominierte der Ferrari 458 von Benjamini Ricci (Storic and Race Cars). In Le Mans tritt er erneut als Solofahrer an, nachdem er sich in Spa das Cockpit mit seinem Vater Mauro geteilt hatte.
Als die Serie nach Spa-Francorchamps weiterzog, feierte Jonathan Mitchell (Scott Sport) in seinem Aston Martin V12 Vantage zwei Siege. Damit übernahm der Brite die Führung in der Klassenwertung, liegt allerdings nur 4,5 Punkte vor Ricci.
Wer ebenfalls um den Titel kämpfen möchte, muss diesen Rückstand in Le Mans aufholen. Die Paarung Franz Wunderlich und Pascal Huteau (Fanta Racing Legend by Code Classic) liegt mit ihrem Aston Martin V12 Vantage am nächsten dahinter. Auch Heiko Neumann (Team Motopark Mercedes-Benz SLS AMG) sowie der Porsche 997 GT3 R von Nathan Luckey und David Harrison (Lionspeed GP) konnten bereits Podiumsplätze erzielen.
Auch in den anderen Klassen herrscht viel Konkurrenz
Weitere zwölf Fahrzeuge werden beim Le Mans Classic Legend antreten. Sechs davon starten in der Pro-Am-Klasse, die bislang vom Ferrari 458 von Storic and Race Cars dominiert wurde. Jean-Luc Beaubelique und Jim Pla haben drei von vier Rennen gewonnen und könnten mit einem starken Wochenende in Le Mans bereits einen entscheidenden Schritt in Richtung Titel machen. Ihr härtester Rivale in dieser Saison ist bislang der Audi R8 LMS Ultra von Mark Cole und Alvaro Parente (Quinntech Racing), der allerdings 39 Punkte hinter der Spitze liegt.
Mit weiteren Fahrzeugen wie dem Ford GT Matech (Klausen Racing), dem BMW Z4 (Classic & Speed) und dem Porsche 997 GT3 R (Maxted-Page Motorsport) sowie einem weiteren Ferrari 458 (Michelotto) bietet das Pro-Am-Feld eine große Vielfalt.
In Am Gen I, das Fahrzeugen vorbehalten ist, die zwischen 2006 und 2009 homologiert wurden, gehen fünf Fahrzeuge an den Start. Besonders interessant ist der Neuzugang von Barwell Motorsport: Das international erfolgreiche Team setzt einen Aston Martin DBRS9 ein – eines der ursprünglichen GT3-Fahrzeuge – für Robert Hissom und Stéphane Ratel, Gründer und CEO der SRO Motorsports Group.
Das Team Debard Automobiles by Racetivity hat bislang alle vier Rennen gewonnen, allerdings mit unterschiedlichen Fahrern. Beim Saisonauftakt in Paul Ricard siegte der Ford GT mit Philippe Giauque am Steuer, während Eric Debard in Spa beide Rennen für sich entschied. Beim Le Mans Classic Legend werden sie sich das Fahrzeug teilen und damit ein äußerst starkes Duo bilden.
Außerdem gehen drei Callaway Corvette Z06R an den Start – zwei für Seiler Racing und eine für Scott Sport. Letztere wird von Dan Henry pilotiert. Er führt derzeit die Fahrerwertung an, nachdem er jedes Rennen als Zweiter hinter dem dominierenden Ford beendet hat.
Der einzige Gaststarter kommt von Equipe Europe, die einen Ferrari 458 Italia GTD für das Vater-Sohn-Duo Pierre-Alain und Erwin France einsetzen wird.
Einige Neulinge – und mehrere Le-Mans-Veteranen – im Starterfeld
Da die Saison inzwischen die Halbzeit erreicht, besteht das Starterfeld größtenteils aus Fahrern, die bereits mindestens ein Rennen der GT3 Revival Series bestritten haben. Für das Wochenende beim Le Mans Classic Legend kommen jedoch einige Debütanten hinzu.
Dazu gehören Keith Frieser (Scott Sport) in einem Lamborghini Gallardo LP600 sowie Franck Labescat, der sich bei Espace Racing das Cockpit eines Mercedes-Benz SLS AMG mit Christian Philippon teilt.
Bemerkenswert ist außerdem, dass mehrere Fahrer des diesjährigen Starterfelds bereits am modernen 24-Stunden-Rennen von Le Mans teilgenommen haben. Dazu zählen Stéphane Ratel, Joe Macari und Alvaro Parente. Der erfahrenste unter ihnen ist Philippe Gache, der zwischen 1987 und 2002 an zehn Ausgaben teilnahm und dabei Prototypen und GT-Fahrzeuge für verschiedene Teams fuhr.
Das Rennwochenende folgt einem etwas anderen Format
Das Le Mans Classic Legend findet nur eine Woche nach dem größten GT3-Rennen der Welt statt: den CrowdStrike 24 Hours of Spa, die an diesem Wochenende (24.–28. Juni) auf der berühmten belgischen Rennstrecke ausgetragen werden. Jim Pla ist der einzige Fahrer im Starterfeld, der bei beiden Veranstaltungen antritt. Auch Saintéloc Racing, Lionspeed GP und Team Motopark werden jeweils Fahrzeuge bei beiden Events einsetzen.
Das Format des Wochenendes beim Le Mans Classic Legend unterscheidet sich leicht von dem, das wir in Paul Ricard und Spa gesehen haben. Die GT3 Revival Series wird ab Freitag, dem 3. Juli, auf dem Circuit de la Sarthe auf die Strecke gehen. Für 11:10 Uhr und 20:27 Uhr sind zwei kombinierte Trainings- und Qualifying-Sessions angesetzt.
Rennen 1 startet am Samstagmorgen um 09:15 Uhr, während Rennen 2 am Sonntag um 14:15 Uhr beginnt. Beide Rennen können live über den GT World YouTube-Kanal verfolgt werden.
Text und Foto: SRO


