Jordan Pepper, Mirko Bortolotti und Luca Engstler (#63 Lamborghini Huracán GT3) heißen die Sieger der diesjährigen 24h Spa-Francorchamps. Das Fahrertrio des GRT Grasser Racing Teams setzte sich im Ziel nach einer spannenden Endphase mit einem Vorsprung von 8,703 Sekunden Vorsprung vor dem #96 Porsche 911 GT3 R von Rutronik Racing durch. Den dritten Platz belegte der #51 AF Corse - Francorchamps Motors Ferrari 296 GT3.

„Ich bin superglücklich und stolz auf jedes einzelne Teammitglied - ein toller Moment für uns alle! Ich habe es so oft versucht bei den 24h Spa ganz oben zu stehen und es jetzt endlich erreicht zu haben, ist einfach nur fantastisch“, freute sich Pepper nach der Zieldurchfahrt. Der Schlüssel zu diesem Erfolg war ein fehlerfreies und straffreies Rennen, durch welches Pepper, Bortolotti und Engstler ihre schlechte Ausgangsposition nach der Superpole wettmachen konnten. Das Trio wurde nach einem Vergehen bei der Boxenausfahrt zur Superpole auf den 19. Startplatz zurückversetzt, steckte jedoch zu keinem Zeitpunkt auf.

„Letztes Jahr haben wir gesehen, dass die Pole nicht entscheidend ist. Das Feld von hinten aufrollen zu müssen, war eine neue Challenge für uns. Wir haben die Sache gut gemanagt und waren von Mitternacht an ganz vorne mit dabei“, so Pepper weiter. 

„Schon als das Fahrer-Line-up feststand ging es für uns einzig und alleine darum, die 24h Spa zu gewinnen. Es hat uns nichts aus der Ruhe gebracht. Das Ziel und der Anspruch war für uns immer das Rennen zu gewinnen. Wir kamen schnell in den Rhythmus hinein, haben Selbstverständlichkeit und den nötigen Rückenwind aufgebaut. Natürlich hat uns die Strafe nach dem Qualifying aufgeregt, denn das war nicht gut von uns als Team so einen blöden Fehler zu machen. Aber es hat nie zur Debatte gestanden, dass dies irgendeinen Einfluss auf das Ziel im Rennen hat“, ergänzt Engstler, für den dieser Triumph sein bislang größter Karriereerfolg war. „Es fühlt sich alles noch ziemlich leer an. Vor einer Woche sind wir bei den 24h Nürburgring noch 30 Minuten vor Schluss auf P3 liegend ausgeschieden, daher haben wir es erst realisiert, als wir über die Linie gefahren sind. Ich bin sehr happy!“

Sven Müller, Patric Niederhauser, Alessio Picariello entpuppten sich mit dem #96 Rutronik Porsche 911 GT3 R als größte Herausforderer. „Es war ein ultrahartes Rennen, wir haben gekämpft wie die Löwen! Natürlich hat es immer einen faden Beigeschmack, wenn man den Sieg so knapp verpasst. Aber eine unglaubliche Leistung und ich war noch nie so kaputt nach einem Rennen. Mir ging es auch 20 Minuten nach Ende immer noch nicht gut und ich hätte mich vielleicht auch wie Mirko ins Medical Center begeben sollen. Aber wir sind sehr happy“, so Niederhauser, der eine Woche zuvor mit dem SCHERER Sport PHX Team die 24h Nürburgring nicht bestreiten konnte, nachdem Teamkollege Laurens Vanthoor im Top-Qualifying mit dem Porsche 911 GT3 R verunfallte und das Fahrzeug zu stark beschädigt war. 

„Ich bin leider viel entspannter nach Spa angereist, wie eigentlich gewollt. Aber die Woche am Nürburgring war auch ohne das Rennen sehr intensiv. Klar, es ist unser Job, aber es ist trotzdem sehr hart - vor allem die letzten beiden Doppelstints hier in Spa mit der Hitze und dem Kampf um den Sieg, da holt man einfach nochmal mehr am Steuer heraus.“

Bis auf einen beachtlichen dritten Platz im Gesamtklassement arbeiteten sich Alessio Rovera, Vincent Abril und Alessandro Pier Guidi mit dem #51 AF Corse - Francorchamps Motors Ferrari 296 GT3 noch nach vorne. „Wir hatten zu Beginn des Rennens ein kleines technisches Problem, was uns einiges an Zeit gekostet hat. Daher können wir mit dem dritten Platz zufrieden sein. Aber klar, wenn du hierhin kommst, möchtest Du natürlich auch gerne das Rennen gewinnen. Aber in Anbetracht dessen, was passiert ist, ein gutes Resultat“, so Pier Guidi. Platz vier ging dahinter an das Schwesterfahrzeug von Eliseo Donno, Antonio Fuoco und Arthur Leclerc (#50 AF Corse - Francorchamps Motors Ferrari 296 GT3). Zur Freude der vielen Fans entlang der Strecke lieferten sich die beiden italienischen Sportwagen in der Endphase einen heißen Kampf gegen die beiden BMW M4 GT3 von ROWE Racing. Der Siegermannschaft der 24h Nürburgring 2025 fehlte dabei dieses Mal das nötige Glück. So schieden 13 Minuten vor Rennende zunächst Philipp Eng, Daniel Harper und Max Hesse (#998 BMW M4 GT3) aus. Und auch das zweite heiße Eisen im Feuer verpasste am Ende einen Platz auf dem Podium. Augusto Farfus, Jesse Krohn und Raffaele Marciello (#98 ROWE Racing BMW M4 GT3) erhielten wegen zu vieler Tracklimit-Verstöße eine Zeitstrafe, durch die sie hinter den Ferrari Fahrzeugen auf Gesamtrang fünf gewertet wurden.

Dennis Marschall siegt im Bronze-Cup

Ein perfektes Wochenende erlebte unterdessen Dennis Marschall, der in dieser Saison auf der Nürburgring Nordschleife für Falken Motorsports ins Lenkrad greift. Bei den 24h Spa nahm er allerdings nicht Platz am Steuer eines Zuffenhausener Modells, sondern im #74 Ferrari 296 GT3 von Kessel Racing. 

„Es ist natürlich ein toller Erfolg für uns, weil wir im Bronze-Cup ja auch um die Meisterschaft in der GT World Challenge kämpfen. Es sieht bisher sehr gut aus und da es hier in Spa die meisten Punkte gibt, haben wir versucht, so viel wie möglich rauszuholen – und das haben wir geschafft!“

Zum Fight gegen den #81 Winward Mercedes AMG GT3, auf dem u.a. Gabriele Piana und Marvin Dienst unterwegs waren, äußert sich Marschall wie folgt: „Von Winward war es teilweise sehr hart verteidigt, was aber auch deren gutes Recht ist. Ich musste mich trotzdem echt zusammenreißen. Wäre es nicht um einen 24h Spa Sieg im Bronze Cup gegangen, hätte es sicherlich noch mehr Kontakt gegeben. Letztlich bin ich einfach nur glücklich, dass wir uns am Ende durchsetzen konnten.“

Die Top-5 der verschiedenen Klassen im Überblick:

Pro-Cup:
1. #63 GRT – Grasser Racing Team – Lamborghini Huracan GT3 EVO2 – Mirko Bortolotti, Jordan Pepper, Luca Engstler
2. #96 Rutronik Racing – Porsche 911 GT3 R (992) – Sven Müller, Patric Niederhauser, Alessio Picariello
3. #51 AF Corse – Francorchamps Motors – Ferrari 296 GT3 – Alessio Rovera, Vincent Abril, Alessandro Pier Guidi
4. #50 AF Corse – Francorchamps Motors – Ferrari 296 GT3 – Arthur Leclerc, Antonio Fuoco, Eliseo Donno
5. #98 Rowe Racing – BMW M4 GT3 EVO – Augusto Farfus, Jesse Krohn, Raffaele Marciello

Gold-Cup:
1. #33 Verstappen.com Racing – Aston Martin Vantage AMR GT3 EVO – Harry King, Chris Lulham, Thierry Vermeulen
2. #58 Garage 59 – McLaren 720S GT3 EVO – Adam Smalley, Dean Macdonald, Louis Prette, Frederik Schandorff
3. #111 CSA Racing – McLaren 720S GT3 EVO – Arthur Rougier, James Kell, Jim Pla, Simon Gachet
4. #120 Wright Motorsports – Porsche 911 GT3 R (992) – Adam Adelson, Elliott Skeer, Thomas Sargent
5. #777 AlManar Racing by WRT – BMW M4 GT3 EVO – Jens Klingmann, Ben Tuck, Al Faisal Al Zubair, Neil Verhagen
 
Silver-Cup:
1. #35 Walkenhorst Motorsport – Aston Martin Vantage AMR GT3 EVO – Romain Leroux, Mateo Villagomez, Oliver Söderström
2. #26 Sainteloc Racing – Audi R8 LMS GT3 EVO II – Lorens Lecertua, Ivan Klymenko, Wyatt Brichacek, Lorenzo Donniacuo
3. #42 Centrury Motorsport – BMW M4 GT3 EVO – Jarrod Waberski, William Moore, Mex Jansen
4. #30 Team WRT – BMW M4 GT3 EVO – Etienne Cheli, Gilles Stadsbader, Gustav Bergström, Pierre-Loui Chovet
5. #10 Boutsen VDS – Mercedes-AMG GT3 EVO – Cesar Gazeau, Loris Cabirou, Aurelien Panis, Hugo Cook

Bronze-Cup:
1. #74 Kessel Racing – Ferrari 296 GT3 – Distin Blattner, Conrad Laursen, Dennis Marschall, Zacharie Robichon
2. #81 Winward Racing – Mercedes-AMG GT3 EVO – Gabriele Piana, Rinat Alikhov, Marvin Dienst, Daan Arrow
3. #25 Sainteloc Racing – Audi R8 LMS GT3 EVO II – Benjamin Ricci, Paul Evrard, Gilles Maganus Reece Gold
4. #80 Lionspeed GP – Porsche 911 GT3 R (992) – Gabriel Rindone, Patrick Kolb, Ricardo Feller, Riccardo Pera
5. #188 Garage 59 – McLaren 720S GT3 EVO – Guilherme Oliveira, Miguel Ramos, Thomas Fleming, Jack Hawksworth

Pro-AM:
1. #29 AV Racing by Car Collection Motorsport – Porsche 911 GT3 R (992) – Noam Abramczyk, Mathieu Detry, Fabian Duffieux
2. #100 Beechdean Motorsport – Aston Martin Vantage AMR GT3 EVO – Andrew Howard, Anthony Mcintosh, Valentin Hasse-Clot, Ross Gunn
3. #4 CrowdStrike by SPS – Mercedes-AMG GT3 EVO – George Kurtz, Ian James, Colin Braun, Nicky Catsburg
4. #71 AF Corse – Ferrari 296 GT3 – Louis Perez Companc, Mathias Perez Companc, Miguel Molina, Stephan Lemeret
5. #28 Haas RT – Audi R8 LMS GT3 EVO II – Xavier Knauf, Gregory Servais, Simon Balcaen, Steven Palette

Die 24 Stunden von Spa waren der Saisonhöhepunkt der GT World Challenge Europe und zugleich das dritte Rennen der Interkontinentalen GT-Challenge (IGTC). Weiter geht es in der GTWC Europe am 19. und 20. Juli mit dem Sprint-Wochenende in Misano, während die IGTC am 14. September mit den 1.000 Kilometern von Suzuka fortgesetzt wird.

Text: Daniel Cornesse und Foto: SRO/JEP


 

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