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Yannick Mettlers neues GT3-Engagement im Michelin Le Mans Cup begann am vergangenen Samstag bereits mit einem Erfolg: Beim Auftaktrennen im französischen Le Castellet gelang ihm und Teamkollege Dexter "Jeffrey" Müller mit einem Podiumsresultat die Überraschung schlechthin.

Das Schweizer Duo sicherte sich bei dessen ersten GT3-Rennen auf Anhieb den zweiten Rang und übertraf damit jegliche Erwartungen. Entsprechend gross war die Freude beim gesamten Team von Car Barn Raceworks by SPS, das aufgrund der kurzen Vorbereitungszeit und der neuen Konstellation von Fahrer, Auto und Meisterschaft zunächst mit bescheidenen Zielen angetreten war.

Mettler machte jedoch bereits in den Trainings-Sessions auf sich aufmerksam: An beiden Tagen erzielte er im Mercedes-AMG GT3 mit der Startnummer 54 die Tagesbestzeit. Auch Teamkollege Müller fand sich schnell zurecht und überzeugte mit konstanten Rundenzeiten - sodass man sich gegen die Konkurrenz von Ferrari, Aston Martin, Lamborghini, Porsche und weiteren Mercedes gut gewappnet fühlte. Gemäss dem "Spirit von Le Mans" starteten auch die LMP3-Prototypen im selben Rennen, so dass ein spektakuläres und vielfältiges Feld von 31 Fahrzeugen zusammenkam.

Vorgeschriebene Amateur-Profi-Paarung

Wie in den meisten Langstreckenmeisterschaften ist auch im Le Mans Cup eine sogenannte PRO-AM Fahrerpaarung vorgeschrieben. Das heisst, dass die jeweiligen Teamkollegen nach offizieller FIA Einstufung unterschiedliche Erfahrungslevel aufweisen müssen. Ebenfalls vom Reglement vorgegeben ist, dass der jeweils weniger erfahrene Pilot das Qualifying fährt. Dort machte Mettlers Teamkollege "Jeffrey" gegen die deutlich erfahreneren AM-Piloten eine gute Figur: Mit einem Rückstand von lediglich 1,6 Sekunden auf die Pole Position sicherte er dem Team von Car Barn Racewoks by SPS den siebten Startplatz für das bevorstehende 2h-Rennen.

Auch der Start wurde - gemäss Tradition im Le Mans Cup - von "Jeffrey" in Angriff genommen. Der fehlenden Erfahrung zum Trotz brillierte er durch eine abgeklärte Fahrweise und übergab Mettler den V8-Boliden nach einem fehlerlosen Stint auf dem fünften Rang.

Der Luzerner seinerseits arbeitete sich dann in der zweiten Rennhälfte sukzessive auf den zweiten Rang nach vorne. In einem insgesamt turbulenten Rennen, welches von vielen Zwischenfällen geprägt war, hatte das Schweizer Duo bei einer Safety-Car Phase zur Rennmitte jedoch viel Zeit verloren, sodass der Führende nicht mehr einzuholen war. Somit fuhr Mettler das Podiumsergebnis sicher ins Ziel und freute sich über den zweiten Rang:

"Bei unserem ersten GT3-Rennen nach so kurzer Vorbereitungszeit aufs Podium zu fahren, ist der absolute Knaller! Wenn ich mir überlege, was wir in den letzten vier Wochen alles auf die Beine gestellt haben, wirkt das beinahe surreal. Es wird wohl einen Moment dauern, bis das alles ankommt - aber wir sind alle einfach nur happy!"

Für Mettler war dies gleichzeitig das 16. Podium in Folge. Der Innenschweizer Rennfahrer hält seine unglaubliche Podiums-Statistik seit Oktober 2017 damit weiterhin aufrecht.

In vier Wochen vom Lizenzkurs zum ersten GT3-Podium

Der Clou an der Geschichte: Mettlers Teamkollege war bis vor vier Wochen noch ein unbeschriebenes Blatt in Sachen Autorennen. Buchstäblich in letzter Minute hat "Jeffrey" überhaupt seine für den GT3-Start unerlässliche Rennlizenz erhalten. Nach dem kurzfristigen Entschluss Anfang März bestritt er innerhalb von zwei Wochenenden zehn (!) Rennläufe in nationalen Meisterschaften, um seine Lizenz-Qualifizierung noch rechtzeitig zu erlangen. Mettler begleitete ihn dabei als Coach und parallel dazu mit einem gezielten Trainingsprogramm auf den Simulatoren der Racingfuel Academy. Für beide Piloten war dies die einzige Vorbereitung für das bevorstehende erste GT3-Rennen.

"Wir wussten, dass wir mit dieser knappen Nummer ein gewisses Risiko eingingen, aber unser Bauchgefühl sagte uns, dass es funktionieren wird. Also haben wir es angepackt!", lacht Mettler rückblickend.

"Ich wusste von Trackdays und Simulator-Sessions aus der Vergangenheit, dass Dexter die nötigen Voraussetzungen mitbringt. Zusätzlich hatten wir uns natürlich in allen Bereichen sehr gut vorbereitet. Dennoch hat er mich heute beeindruckt, denn er hat während des ganzen Wochenendes nicht einen Fehler gemacht. Bei der Menge an Informationen, die er in den letzten Wochen verarbeiten musste, wäre das nur normal gewesen. Auch unter Druck ist er stets souverän geblieben", so Mettler nach dem Rennen, sichtlich stolz auf seinen Teamkollegen.

Nächste Stationen: Nordschleife und der königliche Park von Monza

Für Mettler geht es kommende Woche zunächst "zurück" an die Nordschleife, wo der erste Einsatz im BLACK FALCON AMG GT4 auf ihn wartet. Das nächste Rennen des Michelin Le Mans Cups findet dann vom 10. bis 11. Mai im italienischen Monza statt. Dort dürfte die Ferrari-Fraktion aufgrund des Topspeed-Vorteils erneut sehr stark unterwegs sein. Somit sind auch dort die Erwartungen vorerst nicht allzu hoch angesetzt. Aber wer weiss, wozu das Schweizer Duo noch in der Lage ist...

Text und Fotos: Oliver Selzer

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