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Sie trotzten dem berüchtigten Eifelwetter, pokerten hoch und wurden am Ende als Sieger gefeiert: Fabian Schiller und Dominik Baumann holten für das Team GetSpeed Performance den ersten VLN-Sieg in der Teamgeschichte. Erst im zweiten Jahr ist die Mannschaft aus dem Gewerbepark am Nürburgring in der Königsklasse GT3 vertreten, 2019 wechselte man von Porsche zu Mercedes-AMG.

Der Debüterfolg im Zeichen des Sterns ließ nur sieben Rennen auf sich warten. Platz zwei errang Tim Scheerbarth, VLN-Champion von 2011, zusammen mit Lance David Arnold und Edoardo Mortara bei seinem ersten Einsatz im Mercedes-AMG GT3, eingesetzt vom Team Mann Filter. Das Podium komplettierten Nicky Catsburg, David Pittard und Jody Fannin im BMW M6 GT3 von Walkenhorst Motorsport.

Schon im Zeittraining gab GetSpeed den Ton an. Hinter Doppelstarter Schiller, der im Schwesterfahrzeug mit der Startnummer 23 die Pole-Position holte, stellte Baumann den später siegreichen Mercedes-AMG GT3 mit der #2 auf Platz zwei. In der Anfangsphase des vierstündigen Rennens begann dann der Reifenpoker. Baumann übernahm in Runde sechs die Führung von Schiller. In Runde acht musste er die Spitzenposition für eine Runde abgeben. Während andere Teams bei abtrocknender Stecke auf Slicks wechselten, setzte GetSpeed auf Intermediates, eroberte die Führung zurück und gab diese bis ins Ziel nicht mehr ab.

„Heute hat einfach alles gepasst“, strahlte Schiller über seinen ersten VLN-Sieg. „An diesen Moment werde ich mich noch lange erinnern. Die Bedingungen waren heute wieder extrem schwierig. Wir haben uns als Team seit Saisonbeginn stark verbessert. Dabei geht es nicht um das Große und Ganze, sondern vielmehr um kleine Details.“ Das launige Eifelwetter beschreibt Teamkollege Baumann: „Das kennen wir ja schon“, sagte der Österreicher. „Die Bedingungen waren sehr ähnlich wie bei meinem Comeback bei VLN6. Aber das war heute überhaupt kein Problem. Wenn Du Dich als Fahrer im Auto wohlfühlst, ist es draußen auf der Strecke einfacher.“

Mit seinem Comeback im GT3-Boliden – zuletzt hatte er 2015 einen SLS GT3 pilotieren dürfen – war der Zweitplatzierte Scheerbarth mehr als zufrieden. „Einfach nur geil“, freute sich der Dormagener. „Ich konnte die Zeiten an der Spitze mitgehen, das Auto war mega. Ich würde nicht nein sagen, wenn ich erneut die Chance bekommen würde, GT3 zu fahren.“ Neben dem HTP-Mercedes bestritt Scheerbarth das Rennen auch in seinem angestammten GT4-Pendant des Black Falcon Team Identica. Der Klassensieg war zum Greifen nah. Auf den letzten Metern musste sich Teamkollege Tobias Müller allerdings dem Duo Heiko Eichenberg und Erik Johansson im BMW M4 GT4 des Team AVIA Sorg Rennsport geschlagen geben – um gerade einmal 0,019 Sekunden.

In der Anfangsphase des 4-Stunden-Rennens brannte Fannin im Walkenhorst-BMW von Platz zehn aus gestartet ein wahres Feuerwerk ab. Das Team wechselte eine Runde vor den Mitstreitern auf Slicks. Zunächst schien die Entscheidung goldrichtig. Der Brite machte weiter Boden gut und fuhr in Richtung Spitze. Als dann erneut Regen einsetzte fiel er jedoch zurück. „Wie gewonnen, so zerronnen“, sagte er. „Vor allem auf nasser Piste hatte ich sehr viel Vertrauen in das Auto. Ich habe von Runde zu Runde genau analysiert, wie sich die Streckenverhältnisse geändert haben. So konnte ich pushen. Dann dachten wir, dass es weiter abtrocknen würde und haben uns mit Slicks leider verpokert. Aber Schwamm drüber, wir können mit Platz drei trotzdem sehr zufrieden sein.“

Hinter dem viertplatzierten Falken-BMW mit Peter Dumbreck und Stef Dusseldorp fuhren Vincent Kolb und Steve Jans im Audi R8 LMS von Phoenix Racing als schnellstes Pro-Am-Team auf Rang fünf. „Das war für uns ein gutes Rennen“, sagte Jans. Auch die schnellsten Am-Fahrer, Michael Heimrich und Arno Klasen aus dem Team équipe vitesse, fuhren einen Audi R8 LMS.

Der Sieg in der Cayman GT4 Trophy by Manthey-Racing ging an Moritz Kranz, Thorsten Jung und Nico Menzel für das Team Mühlner Motorsport SPRL. Das schnellste TCR-Fahrzeug, den Cupra TCR von mathilda racing, pilotierten Matthias Wasel, Frederic Yerly und Roland Schmidt.

Spannung im Kampf um die Meisterschaft

Die Entscheidung um den Titel in der VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring bleibt weiter spannend. Yannick Fübrich und David Griessner haben mit ihrem fünften Klassensieg in der BMW M240i Racing Cup-Klasse die Tabellenführung verteidigt. Die Doppelführung für das Pixum Team Adrenalin Motorsport machen Norbert Fischer, Oskar Sandberg und Daniel Zils perfekt, die in der Klasse V5 auf sechs Klassensiege kommen. Da diese im Schnitt jedoch schwächer besetzt ist als die BMW-Cup-Klasse, haben sie in der Meisterschaft derzeit das Nachsehen. Zwei Titelfavoriten, die V4-Teams von Adrenalin und AVIA Sorg Rennsport, lieferten sich erneut ein packendes Duell in der stärksten Klasse – dieses Mal mit dem besseren Ende für die Adrenalin-Titelverteidiger Philipp Leisen, Danny Brink und Christopher Rink, die dem Trio Thorsten Kratz, Oliver Frisse und Moran Gott eine Runde abnahmen.

In der heißen Phase der VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring geht es jetzt Schlag auf Schlag. Bereits in zwei Wochen findet der achte Lauf statt. Der 51. ADAC Barbarossapreis des MSC Sinzig führt am 12. Oktober über die gewohnte Distanz von vier Stunden.

Text und Fotos: www.vln.de

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