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Die 24h Daytona boten am vergangenen Wochenende Motorsport der Extraklasse. Vom Start bis hin zum Fallen der schwarz-weiß karierten Flagge durften sich die Fans nicht nur im Kampf um den Gesamtsieg, sondern auch in den einzelnen Klassen über einen äußerst spannenden und actionreichen Rennverlauf freuen. Strahlende Gesichter gab es jedoch nicht nur bei den Zuschauern vor dem heimischen Bildschirm, sondern auch bei einer Reihe von Piloten aus der NLS. Für sie endete der Auftakt zur IMSA WeatherTech SportsCar Championship mit starken Resultaten und einigen großen Triumphen.

GTD-Klasse

Als Triumphatoren sind zunächst Maro Engel, Philip Ellis und Indy Dontje zu nennen, die mit dem #57 Winward Racing Mercedes-AMG GT3 den Sieg in der GTD-Klasse einfahren und sich damit auch die begehrten „Rolex Daytona Uhren“ sichern konnten. Von Startplatz fünf aus schoben sie sich dank einer perfekten Strategie immer weiter nach vorne und lieferten sich am Sonntag ein stundenlanges Duell mit dem #21 AF Corse Ferrari um die Führung in der GTD-Klasse. Die Vorentscheidung fiel in der 20. Rennstunde, als Ellis mit dem Ferrari in Kurve 1 kollidierte. Während der Mercedes-AMG Pilot nach dem Zwischenfall die Fahrt fortsetzen konnte, trug der Ferrari nach einem Einschlag in die Reifenstapel einen Plattfuß davon und fiel dadurch aus der Führungsrunde heraus. Die Rennleitung stufte die Szene als „Rennunfall“ ein, ohne jegliche Bestrafung für die Beteiligten. Der #57 Winward Racing Mercedes-AMG GT3 ließ sich den Sieg danach nicht mehr nehmen, auch wenn die #75 Markenkollegen von SunEnergy1 Racing (u.a. mit den NLS-Fahrern Luca Stolz, Raffaele Marciello) in der Endphase noch einmal dichter herankommen sollten. Mercedes-AMG beendete damit nicht nur die Erfolgsserie von Lamborghini in der GTD-Klasse, sondern sicherte sich auch zum ersten Mal überhaupt einen Sieg bei den 24h Daytona.

Falken-Pilot Klaus Bachler, der in Daytona auf einem Porsche 911 GT3 R für #16 Wright Motorsports unterwegs war, schloss den Langstreckenklassiker in Florida auf Platz vier ab. Eine Leistung, mit der sich der Österreicher unter dem Strich zufrieden zeigte, auch wenn ihm und seinen Teamkollegen nach 24 Stunden gerade einmal sechs Sekunden zum Podiumsplatz fehlten.

Richard Westbrook (#97 Aston Martin Vantage GT3/Platz 7), Maxi Buhk (#28 Alegra Motorsports Mercedes-AMG GT3/Platz 9) sowie Earl Bamber und Christina Nielsen (#88 Porsche 911 GT3R/Platz 10) schafften trotz einiger Zwischenfälle am Ende allesamt den Sprung in die Top-10. Mario Farnbacher (#44 Acura NSX GT3/Platz 11) sowie Laurens Vanthoor, Lars Kern und Matt Campbell (#9 Pfaff Motorsports Porsche 911 GT3 R/Platz 12) sollte dies nach schwierigen Rennverläufen hingegen verwehrt bleiben. Enttäuschend verlief das Wochenende auch aus Sicht von GRT Grasser Racing. Trotz starker Pace mussten beide Lamborghini Huracán GT3 (#111 mit Mirko Bortolotti/Marco Mapelli und #19 mit Franck Perrera) aufgrund von technischen Problemen im Verlaufe des Rennens abgestellt werden.

GTLM-Klasse

In der GTLM-Klasse ist die erste Entscheidung bereits beim Start gefallen. Der #79 WeatherTech Racing Porsche 911 RSR mit Startfahrer Kévin Estre (Teamkollege u.a. Richard Lietz) wurde von BMW-Pilot Bruno Spengler umgedreht und kollidierte daraufhin mit dem #62 Risi Competizione Ferrari 488 GTE. Die Beschädigungen am Porsche waren so groß, dass man während der anschließenden Reparaturphase 14 Runden auf die Konkurrenz verlor und fortan dem GTLM-Feld nur noch hinterherfahren konnte. Der Sieg wurde also zwischen den übrigen Herstellern: Corvette, BMW und Ferrari entschieden.

Zwar sollte es den beiden BMW M8 GTE und auch dem Ferrari 488 GTE immer wieder gelingen, einzelne Nadelstiche in Richtung der beiden Chevrolet Corvette zu setzen, dennoch gaben die amerikanischen Lokalmatadore nahezu über die gesamte Distanz den Ton an der Spitze an. Den Sieg sicherte sich letztlich die #3 Chevrolet Corvette C8.R mit dem amtierenden 24h Nürburgring Sieger Nick Catsburg vor dem #4 Polesetter Fahrzeug von Nick Tandy und Alex Sims. Rang drei ging an Marco Wittmann, John Edwards, Jesse Krohn und Augusto Farfus (#24 BMW M8 GTE) - allesamt bekannte Gesichter von der Nürburgring Nordschleife. Der #62 Risi Competizione Ferrari 488 GTE mit Jules Gounon und der #24 BMW M8 GTE von Philipp Eng, Connor De Philippi und Bruno Spengler rundeten die Top-5 in der GTLM-Klasse ab.

LMP2-Klasse

Hier durften sich die drei LMP2-Debütanten Christopher Mies, Fabian Schiller und Sven Müller jeweils über einen starken Einstand freuen. Während es für Mies und Schiller im #82 DragonSpeed ORECA LMP2 mit Platz drei auf das Podium ging, schloss Müller seinen Spontaneinsatz (er vertrat den an COVID-19 erkrankten Mathieu Jaminet) im #51 Ligier LMP2 auf Rang vier ab. Die Klasse wurde von #18 Era Motorsport mit einem ORECA LMP2 gewonnen, vor dem #8 Starworks-Oreca #8 rund um den Franzosen Matthieu Vaxiviere.

Im Kreise der Nordschleifenpiloten gab es jedoch nicht nur freudige Gesichter. So fiel der #52 Mathiasen Motorsports von Mikkel Jensen nach Pole Position und bärenstarker Anfangsphase mehreren Zwischenfällen auf der Strecke zum Opfer. Und auch der #20 ORECA LMP2 von Anders Fjordbach strandete mit einem defekten Getriebe.

LMP3-Klasse

Den ersten Klassensieg in der für die IMSA-Serie neuen LMP3-Klasse holte sich #74 Riley Motorsports mit drei Runden Vorsprung auf den zweitplatzierten #33 Sean-Creech-Ligier. Es war unter dem Strich die deutlichste Entscheidung bei der diesjährigen Auflage der 24h Daytona. Für Mühlner Motorsports America sprang mit dem #6 Duqueine D08 am Ende der dritte Platz heraus - zweifelsohne ein beachtliches Ergebnis, dennoch wäre für die Truppe rund um Moritz Kranz von der reinen Pace sicherlich noch weitaus mehr möglich gewesen. Mehrere Feindberührungen im Verlaufe des Rennens verhinderten jedoch Platz eins oder zwei in der LMP3-Klasse. Der Niederländer Jeroen Bleekemolen sah mit dem #91 Riley Motorsports Ligier JS P320 auf Rang vier die Zielflagge.

DPI-Klasse

Den Kampf um die Krone in der DPI-Klasse und damit auch in Punkto Gesamtsieg bei den 24h Daytona konnte man bis zum Schluss sprichwörtlich mit einem Handtuch abdecken- so dicht lagen die Top-Fahrzeuge beisammen. Schlussendlich konnten Filipe Albuquerque, Ricky Taylor, Alexander Rossi und Helio Castroneves mit ihrem #10 Acura ARX-05 Dpi jubeln. Für das Team von Wayne Taylor Racing war es der dritte Gesamtsieg in Folge bei den 24h Daytona, dieses Mal allerdings mit neuem Fahrergespann und neuem Wagen. Dahinter sorgte Mike Rockenfeller für die beste Gesamtplatzierung eines „nordschleifenerprobten" Rennprofis. Der Gesamtsieger der 24h Nürburgring 2006 sicherte sich mit dem #48 Cadillac DPI in der Schlussphase den zweiten Platz. Weniger als fünf Sekunden fehlten „Rocky“ schlussendlich zum Sieg bei den 24h Daytona.

Für Oliver Jarvis im #55 Mazda Motorsports DPI galt unterdessen das Motto: „Ende gut-alles gut“. Denn, nachdem der Mazda schon beim Start in die Einführungsrunde nicht anspringen wollte und man später in Folge einer längeren Reparatur zusätzlich noch einmal einiges an Boden verlieren sollte, konnte im Verlaufe des Rennens tatsächlich noch einmal der Anschluss hergestellt werden. Unter dem Strich ein wohl für alle Beteiligten äußerst überraschender dritter Gesamtplatz.

Zum tragischen Helden mutierte Renger van der Zande in seinem #01 Cadillac DPI. Der Niederländer kämpfte sich als Schlussfahrer an Filipe Albuquerque heran und setzte diesen im Kampf um den Gesamtsieg mächtig unter Druck. Als van der Zande kurz davor war die Führung von Albuquerque zu übernehmen, zerplatzte im wahrsten Sinne des Wortes der Traum vom erneuten Gesamtsieg in Daytona. So ereilte den #01 Cadillac DPI sieben Minuten vor Schluss hinten rechts ein Reifenschaden, weshalb man noch bis auf Platz fünf zurückfallen sollte.

Text: Daniel Cornesse und Fotos: Courtesy of IMSA/Mercedes-AMG/Daimler AG

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