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Sebastian Vollak (Hampl Motors Rennsport) meldete sich mit zwei Siegen beim Saisonstart des DMV BMW 318ti Cup eindrucksvoll zurück. Beide Erfolge auf dem Hockenheimring waren jedoch hart erkämpft. Die Luft wird für den Rekordsieger im 47 Fahrzeuge starken Starterfeld dünner.

Im vergangenen Jahr wollte es für Sebastian Vollak beim letzten Rennen nicht ganz rund laufen. In Hockenheim präsentierte sich der Meister von 2019 wieder in gewohnt starker Manier. Von der Pole aus nahm Vollak das erste Rennen in Angriff. Gleich in Runde eins setzte sich der Führende vom Verfolgerfeld um Florian Sternkopf (Cerny Motorsport) und Theo Oeverhaus (Hampl Motors Rennsport) ab. Im zweiten Umlauf ging Oeverhaus an Sternkopf vorbei und rückte Vollak immer stärker auf die Pelle. In der sechsten Runde war der erst 16jährige Youngster vorbei, wobei Vollak ganz dicht im Windschatten folgte. Als für kurze Zeit die Code 60 Flaggen rausgingen, witterte der Zweite seine Chance. „Es kam wieder ziemlich schnell grün. Da habe ich einen Hauch schneller reagiert und konnte vor der Spitzkehre an ihm vorbei. Direkt danach fuhren wir beide an die Box“, schilderte Vollak die entscheidende Szene des Rennens. Fast zeitgleich kamen beide 318ti an die Box. Mit 3.40 Minuten erwischte Vollak den perfekten Stopp, während Oeverhaus zwei Sekunden verlor. Nach Ablauf der 60 Minuten überquerte Vollak als Sieger den Zielstrich. Oeverhaus folgte 3,55 Sekunden später. „Theo hat mir das Leben wirklich schwer gemacht. Er hat sich super entwickelt. Am Anfang hat er sich direkt an mich drangehangen. Er hat irgendwann einen Angriff gesetzt. Ich habe aber nicht dagegengehalten und ihn vorbeigelassen. Ich habe mich im Windschatten an ihn gehangen und mir vorgenommen das am Ende mit der Erfahrung zu machen. Das hat dann auch geklappt“, berichtete Vollak nach dem Rennen.

Rink und Smyrlis machen es Vollak nicht leicht

Für den zweiten Heat wurde die Startreihenfolge der ersten zehn Plätze des Qualifyings umgekehrt. Sprich – Vollak musste von Platz zehn aus ins Rennen gehen. Nach den ersten drei Runden hatte sich das Feld wieder sortiert und Vollak nach einem sehenswerten Fight mit Florian Sternkopf die Spitze übernommen. Dicht dahinter folgte Ioannis Smyrlis (Smyrlis Racing) auf Rang drei. Das Trio setzte sich bereits vom restlichen Feld, welches von Schnurbusch/Totz angeführt wurde, ab. Sternkopf attackierte den vor ihm fahrenden HAMPL Motors Piloten mehrfach. Ende der vierten Runde setzte sich der Mitorganisator des 318ti Cups neben Vollak, verlor aber bei diesem Manöver seinen Schwung, als der zugunsten von Vollak zurücksteckte. Die Gunst der Stunde nutzte Ioannis Smyrlis und ging vorbei. Nun klebte ihm Sternkopf im Heck, wodurch Vollak an der Spitze etwas Luft zwischen sich und seine Verfolger bringen konnte. Davon ließ sich Smyrlis nicht beeindrucken. Während Sternkopf zunehmend den Anschluss verlor, schob sich der gelb-schwarze 318er wieder näher an den Führenden heran. Smyrlis stoppte als erstes, eine Runde später folgte Vollak. Für Smyrlis war Christopher Rink ins Cockpit geklettert. Der amtierende NLS Champion erwies sich als starker Gegner. Für zwei Runden übernahm Rink die Spitze. Vier Umläufe vor Schluss konterte Vollak ein letztes Mal. Dabei profitierte er von einem kleinen Fehler seines Kontrahenten. Mit der Führung im Rücken legte Vollak auf den letzten Kilometern noch einmal zu und siegte mit 3,311 Sekunden Vorsprung. Das Duo Smyrlis/Rink sicherte sich neben Platz zwei noch die „Fastest Lap“ Trophy. „Ich bin beim Start sehr gut weggekommen und war schon recht früh in den Top 3. Ich brauchte ein paar Runden, bis ich an Sternkopf vorbei war. Danach konnte ich mich langsam Runde für Runde an Vollak heranarbeiten. Ich hatte ein paarmal angesetzt zum Überholen, kam aber nicht vorbei. Als die Überrundungen kamen, haben wir einen früheren Boxenstopp als geplant gemacht und sind auf eine B Strategie umgestiegen. Das war die richtige Entscheidung“, erklärte Smyrlis. Teamkollege Christopher Rink ergänzte: „Ich fuhr zusammen mit Sebastian Vollak aus der Box und konnte ihn schnell unter Druck setzen. Er hat zwei, drei Fehler gemacht, dann war ich vorne. Aber mir unterlief auch ein Fehler. Das kostet im Tourenwagensport oft ein, zwei Sekunden. Klar hätte man gerne gewonnen. Die Pace war auf jeden Fall da.“

Dritte Plätze für Rosam und Oeverhaus

Für Max Rosam (Rosam Motorsport) ging es zu Beginn des ersten Rennens hin und her. Der Youngster wechselte gleich mehrfach die Plätze, eher er sich auf der sechsten Position einsortierte. Bis zum ersten Stopp ging es noch auf Rang fünf nach vorne. Der Sachsenring-Sieger kam als erster des Vorderfeldes an die Box. Eine Strategie, die sich auszahlte. Als alle Piloten ihren Stopp absolviert hatten, lag Rosam auf der dritten Gesamtposition. Zwar rückten Smyrlis/Rink und Tom Nittel (East Racing Motorsport) immer näher an den Drittplatzierten heran. Doch am Ende war der Abstand nicht mehr aufzuholen. Mit fast sieben Sekunden Vorsprung auf Smyrlis/Rink feierte Rosam seine nächste Podestplatzierung. Rang sechs ging an Robert Schröder (Hampl Motors Rennsport), nachdem die Titelverteidiger Sternkopf/Walter eine 20sekündige Zeitstrafe wegen Überschreiten der Tracklimits erhalten hatten. Dadurch zogen noch die Teamkollegen Kaul/Cerny (Cerny Motorsport) vorbei. Hinter Sternkopf/Walter komplettierten Wichmann/Saar (Smyrlis Racing) und Maik Kraske (H.A.R.D. Speed Motorsport) die Top 10.

Nach seiner starken Leistung im ersten Rennen wollte Theo Oeverhaus auch im zweiten Durchgang daran anknüpfen. Im Gegensatz zu Vollak schaffte es der 16jährige nicht so schnell nach vorne. Zunächst auf Platz vier rückte Oeverhaus immer näher an den vor ihm fahrenden Sternkopf heran, ehe er in Runde elf vorbeiging. Durch den späteren Stopp führte der HAMPL Motors Pilot kurz das Rennen an. Nach dem Pflichthalt sortierte sich Oeverhaus hinter Vollak und Rink ein. Als Sternkopf als letzter im Vorderfeld zum Wechsel auf Kevin Walter an die Box kam, sicherte sich Oeverhaus endgültig die dritte Position. Und das trotz einer 5-Sekunden Strafe wegen eines zu kurzen Boxenhalts- „In den Rennen lief manches ganz gut, aber nicht alles. Im zweiten Rennen hatte ich mit Untersteuern zu kämpfen, wodurch ich Sebastian nicht so unter Druck setzen konnte wie in Rennen eins. Aber insgesamt bin ich mit dem Wochenende sehr zufrieden“, schilderte der schnelle Nachwuchspilot seine Eindrücke des Wochenendes. Tom Nittel konnte dahinter noch Kevin Walter abfangen und sich Rang vier sichern. „Mit der eigenen Leistung können wir im Großen und Ganzen recht zufrieden sein, obwohl wir gehofft hatten ein oder zwei Plätze weiter nach vorne zu kommen. Aber mittlerweile ist die Konkurrenz da vorne überaus stark“, so Sternkopf. Hinter Sternkopf/Walter schafften noch Rosam, Kraske, Wichmann/Saar, Marc David Müller (MDM Racing) und Schnurbusch/Totz (Morts Tuning) den Sprung unter die besten zehn.

Markenpokalaction vom feinsten Mit einem unglaublichen Starterfeld von 47 Fahrzeugen beeindruckte der DMV BMW 318ti Cup auf der ganzen Linie. Gefightet wurde auf allen Plätzen. 21 bzw. 19 Fahrer nach einer Stunde Fahrzeit innerhalb von einer Runde spricht auch für die immense fahrerische Qualität des Starterfeldes. Stark war auch die Leistung der Neueinsteiger. Im ersten Rennen platzierte sich Jakob Riegel (Smyrlis Racing), der sich das Cockpit mit Florian Bodin teilte, als bester Newcomer auf Rang elf. Im zweiten Rennen schaffte Kevin Totz an der Seite von Hendrik Schnurbusch sogar den Sprung unter die ersten Zehn. Trotz der vielen Fahrzeuge stimmt auch die Disziplin im Feld. Markenpokaltypisch wurde zwar hart gekämpft, aber alles blieb im Rahmen. Von daher zeigte sich auch Mitorganisator Florian Sternkopf zufrieden: „Als Verantwortlicher bin ich mit dem Auftritt hier super zufrieden. Wir hatten im ersten Rennen 47 Autos am Start, im zweiten Rennen konnten noch 46 Fahrzeuge starten. Es gab keine gravierenden Unfälle. Die Leute hatten sehr viel Spaß, deshalb bin ich als Veranstalter sehr zufrieden.“

Weiter geht es vom 7.-9. Mai in der Magdeburger Börde. In Oschersleben muss sich Sebastian Vollak wieder warm anziehen. Die Konkurrenz wird auf Fehler des Rekordsiegers lauern.

Text und Fotos: arpRedaktionsbüro Patrick Holzer

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