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Alessandro Pier Guidi, Côme Ledogar und Nicklas Nielsen haben sich den Gesamtsieg bei der 73. Auflage des 24h-Rennens von Spa-Francorchamps gesichert. Das Fahrertrio setzte sich mit dem #51 Ferrari 488 GT3 am Ende ganz knapp gegen den #32 Audi R8 LMS vom Audi Sport Team WRT durch. Die beiden Fahrzeuge hatten sich während der letzten Stunden einen atemberaubenden Zweikampf um den Sieg geliefert, bei dem der Ferrari um 3,978 Sekunden die Oberhand behalten sollte.

Für die italienische Traditionsmarke war es der erste Sieg beim Ardennenklassiker seit 2004. Damals triumphierten Luca Cappellari, Fabrizio Gollin, Lilian Bryner und Enzo Calderari mit dem Ferrari 550 GTS Maranello. „Ich habe viele Male versucht, dieses Rennen zu gewinnen, und nach zwei zweiten Plätzen in der Gesamtwertung und zwei Siegen im Pro-Am Cup bin ich sehr glücklich, dass es nun wirklich geklappt hat. Wir haben die meiste Zeit des Rennens geführt, aber in der letzten halben Stunde schien alles verloren. Nach dem Restart habe ich beschlossen, alles zu geben – ich hatte keine Wahl. Vielleicht war es nicht das einfachste Überholmanöver, aber Dries machte am Ausgang von Stavelot einen kleinen Fehler, und ich konnte an ihm vorbeiziehen. Ich weiß nicht, warum, aber ich hatte das Gefühl, dass ich es versuchen musste, und es hat geklappt. Das ist ein unglaubliches Gefühl und es wird ein bisschen dauern, bis wir das Ganze realisieren können“, schilderte Alessandro Pier Guidi überglücklich.

Der Iron Lynx Ferrari war im Feld der insgesamt 58 GT3-Fahrzeuge von Startposition 13 aus ins Rennen gegangen. Die Anfangsphase des Ardennenklassikers wurde dementsprechend noch von anderen Herstellern dominiert. Polesetter Raffaele Marciello (#88 Mercedes-AMG Team AKKA ASP) gelang es beim Start seine Spitzenposition erfolgreich zu verteidigen vor Mirko Bortolotti auf dem #63 Lamborghini Huracán GT3 vom Orange 1 FFF Racing Team und Luca Stolz (#4 Mercedes-AMG Team HRT). In dieser Reihenfolge ging es auch in die erste längere Full Course Yellow/Safety-Car-Phase hinein, die durch einen schweren Unfall im Bereich Eau Rouge ausgelöst wurde. Insgesamt vier Fahrzeuge waren hieran beteiligt. Die betroffenen Piloten Jack Aitken (#114 Emil Frey Racing Lamborghini), Kevin Estre (#21 Rutronik Racing Porsche), Davide Rigon (#71 Iron-Lynx-Ferrari) und Franck Perera (#163 Emil Frey Racing Lamborghini) gaben kurz nach dem Zwischenfall glücklicherweise Entwarnung, dass es ihnen den Umständen entsprechend gut geht.

Als das Rennen wieder freigegeben wurde, setzte an einigen Stellen des Kurses plötzlich Regen ein. Es begannen fortan die Taktikspielchen in Sachen Reifenwahl. Es sollte neben einer konstant schnellen Pace und dem möglichst straffreien Abspulen der Runden einer der entscheidenden Schlüsselfaktoren werden.

Während zahlreiche Favoriten auf der Strecke bleiben sollten, wie z.B. der Polesetter #88 Mercedes-AMG, den nach 13 Rennstunden ein gebrochener Dämpfer ereilte oder der #4 Mercedes-AMG, den zahlreiche kleinere Schäden immer weiter zurückwarfen, arbeitete sich die #51 Ferrari-Crew immer weiter nach vorne. In der vierten Rennstunde lag das Fahrzeug bereits auf Platz zwei Gesamtklassement und blieb trotz einer späteren Strafe bei einem Tankvergehen auch weiterhin immer in der Spitzengruppe. Zur Halbzeit des Rennens führte man das Feld sogar wieder an.

Nach Sonnenaufgang war klar, dass der #32 Audi R8 LMS der stärkste Widersacher beim Kampf um den Gesamtsieg werden sollte. Dries Vanthoor, Charles Weerts und Kelvin van der Linde legten eine beeindruckende Aufholjagd hin und fuhren sich von Startposition 54 bis auf Platz zwei nach vorne. Für den ganz großen Coup des Auditrios reichte es am Ende jedoch nicht, da Pier Guidi rund zehn Minuten vor Ende außen herum in Blanchimont mit dem Ferrari an Dries Vanthoor vorbeigehen konnte. Vanthoor hatte die Führung zuvor innegehabt, da die WRT Mannschaft beim letzten Boxenstopp im Vergleich zum Iron Lynx Ferrari das glücklichere Händchen bewiesen hatte und Regenreifen aufzog. Dieser Schachzug sorgte für den zwischenzeitlichen Führungswechsel an der Spitze.

Hinter dem Spitzenduo komplettierte der #95 Aston Martin Garage das Gesamtpodium und war das einzige andere Auto in der Führungsrunde. Die Crew von Nicki Thiim, Marco Sorensen und Ross Gunn war in aller Stille exzellent. Sie fielen kaum auf, fuhren aber ein schnelles und fehlerfreies Rennen und holten das erste Gesamtpodium für Aston Martin seit 2008.

Aus NLS-Sicht noch interessant: Marc Basseng, Dennis Busch und Manuel Lauck gewannen gemeinsam mit Pieder Decurtins den Am-Cup (#166 Hägeli by T2 Racing Porsche). Sie lieferten sich ein enges Duell mit #23 Huber Motorsport um den Sieg. Die Entscheidung fiel erst am Sonntagvormittag, als der Huber Porsche in Raidillon verunfallte.

Text und Fotos: Daniel Cornesse

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