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Das Saisonhighlight im GT World Challenge Europe Endurance Cup hielt für das GRT Grasser Racing Team am vergangenen Wochenende einen Kraftakt ohne Happy End bereit. Bei den legendären 24 Stunden von Spa-Francorchamps vom 29. Juli bis 1. August bewies die Mannschaft einmal mehr ihren unbändigen Kampfgeist. Nach einem Unfall im Qualifying baute die Crew den Lamborghini Huracán GT3 EVO in Rekordzeit wieder auf und stellte damit die Teilnahme am Langstreckenklassiker sicher. Clemens Schmid, Kikko Galbiati und Alberto Di Folco kämpften sich im Rennen vom letzten Platz aus unermüdlich nach vorne. Bis zum bitteren Aus nach 15 Stunden machten sie 28 Positionen gut.

Der Start in das Wochenende auf der 7,004 Kilometer langen Traditionsrennstrecke in Belgien verlief für das Team zunächst ganz nach Plan. Im ersten Training belegten die Piloten den fünften Platz im Silver Cup. Im Gesamtklassement ließen sie damit 37 Konkurrenten im stark besetzten GT3-Feld hinter sich. In der Vorqualifikation wiederholten sie das Top-5-Resultat und stellten damit die Weichen für das vierteilige Qualifying am Donnerstagabend.

Im Q1 erreichte Di Folco abermals den fünften Platz in der Wertung des Silver Cup. Der 25-Jährige übergab für das zweite Segment an Tim Zimmermann. Der Lamborghini-Junior wurde jedoch bei seiner Zeitenjagd von der Ardennenachterbahn auf dem falschen Fuß erwischt. Im berüchtigten Streckenabschnitt Eau Rouge verunfallte er bei hoher Geschwindigkeit. Dank des hohen Sicherheitsstandards des Lamborghini Huracán GT3 EVO blieb der 24-Jährige beim Einschlag mit über 50g unverletzt. Auf Anweisung der Ärzte sah er aber von einer weiteren Teilnahme am Event ab.

Für die Mechaniker und Ingenieure des GRT Grasser Racing Teams lief nach diesem Schreckmoment das Rennen gegen die Zeit. Der GT3-Bolide musste von Grund auf hergerichtet werden, um dem verbliebenen Fahrertrio den Rennstart am Samstag um 16:30 Uhr zu ermöglichen. Das Team arbeitete Tag und Nacht unermüdlich durch und erhielt dabei zusätzliche Unterstützung von Herberth Motorsport. Mit extra Manpower gelang ihnen das Unmögliche. Im letzten Moment wurde der Lamborghini Huracán GT3 EVO mit der Startnummer 16 am Samstagvormittag fahrbereit in die Boxengasse gerollt.

Beim Start des Rennens eilte Schmid dem Feld aus der Boxengasse hinterher. Der Tiroler meisterte die kritische Startphase souverän und blieb auch beim kurz darauf folgenden Regenschauer cool. Nach zwei Stunden wurde das GRT Grasser Racing Team in der Gesamtwertung bereits auf dem 31. Platz geführt. Schmid übergab nach drei starken Stints an Di Folco. Der Italiener festigte in den darauffolgenden Stunden zusammen mit Landsmann Galbiati die Position.

In den Morgenstunden des Sonntags stieß die Truppe in die Top-10 des Silver Cup vor. Achteinhalb Stunden vor dem Finish wurde dem Vorwärtsdrang allerdings ein jähes Ende gesetzt. Schmid war im Begriff seinen zweistündigen Doppelstint zu beenden, als er nach einem Fahrfehler von der Strecke abkam und in die Reifenstapel einschlug. Der dabei entstandene Schaden hinderte ihn daran, aus eigener Kraft an die Box zurückzukehren, was für das GRT Grasser Racing Team das vorzeitige Ende des Rennens bedeutete.

Die nächste Chance zur Wiedergutmachung bietet sich der Mannschaft in fünf Wochen. Vom 3. bis 5. September steht auf dem Nürburgring die vierte Station in der GT World Challenge Europe Endurance Cup auf dem Programm. Auf dem GP-Kurs in der Eifel markiert ein 6-Stunden-Rennen das vorletzte Wochenende im diesjährigen Kalender der hochkarätigen Langstreckenserie.

Tim Zimmermann: "Zunächst einmal bin ich unglaublich froh, dass ich den Unfall unverletzt überstanden habe. Mein Dank dafür gilt den hohen Sicherheitsstandards im GT3-Sport und natürlich den Ingenieuren von Lamborghini, die ein so sicheres Fahrzeug konstruiert haben. Der Schaden war wirklich enorm und ich möchte mich beim gesamten GRT Grasser Racing Team aufrichtig für meinen Fehler entschuldigen. Es tut mir sehr leid und ich kann mich für die Unterstützung und den Zusammenhalt in dieser schwierigen Situation nur bedanken. Was die Mannschaft bis zum Rennen geleistet hat, war der Wahnsinn. Sie hat alle Hürden überwunden und ich hätte ihnen für diesen unglaublichen Einsatz gerne etwas zurückgegeben. Leider durfte ich auf Anweisung der Ärzte nicht starten. Ich werde alles daran setzen, es im nächsten Rennen wieder gutzumachen."

Clemens Schmid: "Unsere Mechaniker haben ein großes Lob verdient. Dass sie das Auto nach dem Unfall noch einmal fit bekommen haben, war eine echte Sensation. Die Lamborghini Squadra Corse hat uns super unterstützt und obendrein erhielten wir auch noch Support eines anderen Teams. Diesen Zusammenhalt im Paddock zu spüren, war toll. Natürlich wollten wir uns auf der Rennstrecke dafür revanchieren. Wir hatten eine gute Pace und haben uns nicht unterkriegen lassen. Leider ist mir in meinem dritten Turn ein Fehler unterlaufen, der unser Rennen beendet hat. Ich bin über diesen Ausgang natürlich sehr enttäuscht und es tut mir für das Team sehr leid."

Kikko Galbiati: "Das Wochenende war eine der größten Herausforderungen meines Lebens. Ich bin sehr froh darüber, dass ich es mit der Mannschaft von GRT Grasser Racing teilen konnte. Es war sehr schade, dass wir acht Stunden vor dem Ziel aufgeben mussten, denn das Team war unglaublich. Nach dem Unfall im Qualifying und all denAnstrengungen wollten wir das Rennen unbedingt beenden und im Silver Cup ein Top-Resultat holen. Leider ist es uns nicht gelungen. Ich möchte dem gesamten Team für die harte Arbeit danken sowie auch meinen Partnern und meiner Familie, die diese intensive Erfahrung mit mir geteilt haben. Wir werden beim nächsten Rennen noch stärker zurückkommen."

Alberto Di Folco: "Das Team hat einen fantastischen Job gemacht, um das Auto innerhalb von nur einem Tag wieder aufzubauen. Es war der Wahnsinn und die Mechaniker hätten es verdient, dass wir das Rennen beenden und ein starkes Resultat holen. Ich denke, ohne Fehler hätten wir mit unserer Pace um das Podest kämpfen können. Das Ergebnis war sehr schade, aber wir haben alles gegeben. Das Rennen war wirklich sehr schwierig und ich bin froh, dass ich fehlerfrei geblieben bin. Es hat mir großen Spaß gemacht, für GRT Grasser Racing anzutreten. Das Team ist eine wirklich besondere Truppe und ausgezeichnet organisiert. Ich möchte Gottfried für diese Chance danken und wünsche allen, dass sie die Saison bestmöglich beenden."

Teamchef Gottfried Grasser: "Die 24 Stunden von Spa-Francorchamps waren wie jedes Jahr ein sehr hartes Rennen und leider war es nicht unser Rennen. Das Auto wurde bei Tims Unfall im Qualifying stark beschädigt. Es war eine unglaubliche Leistung unserer Jungs, es in weniger als zwei Tagen wieder aufzubauen. Ich möchte an dieser Stelle meinen besonderen Dank an Herberth Motorsport ausrichten, die uns eine große Hilfe waren. Wir haben es wirklich in allerletzter Minute zum Vorstart geschafft, um beim Rennen dabei zu sein. Es lief dann eigentlich sehr gut, obwohl uns Tim definitiv gefehlt hat. Kikko, Alberto und Clemens haben einen super Job gemacht, aber die Bedingungen waren für alle Fahrer bis hin zur Spitze extrem schwierig. Die drei hatten viel Verantwortung zu tragen und es war körperlich und mental alles andere als einfach. Leider ist Clemens spät im Rennen ein kleiner Fauxpas unterlaufen, der uns zur Aufgabe gezwungen hat. Dieser Ausgang war natürlich schade, aber ich bin trotzdem sehr stolz auf die gesamte Mannschaft. Jeder hat sein absolut Letztes gegeben und dieser Teamspirit ist manchmal mehr wert als ein einzelnes Resultat. Wir nehmen diese Erfahrung mit und schauen nach vorne. Am kommenden Wochenende geht es in der IMSA in Road America weiter und wir werden dort voll angreifen."


Text: GRT Grasser Racing Team Foto: Laura Brunnenmeister

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