132.000 Zuschauer sorgten bei den CrowdStrike 24 Hours of Spa 2026 für einen neuen Besucherrekord und erlebten ein Rennen, das Porsche dank einer beeindruckenden Aufholjagd vom Ende des 69 Fahrzeuge starken Starterfeldes den ersten Gesamtsieg seit 2020 bescherte.
Lionspeed GP gewann das weltweit größte GT-Rennen mit dem Porsche 911 GT3 R, den sich Ricardo Feller, Thomas Preining und Bastian Buus teilten. Das Trio zählte bereits vor dem Rennwochenende zu den Favoriten. Nach einem Motorwechsel am Donnerstag musste der Porsche mit der Startnummer 80 jedoch aus der Boxengasse starten – ein Rückschlag, der alle Siegchancen zunächst zunichtezumachen schien.
Mit einer fehlerfreien Leistung arbeitete sich das Team jedoch kontinuierlich an die Spitze des Feldes und galt am Sonntagmorgen als klarer Favorit auf den Gesamtsieg. Zwar setzte insbesondere Mercedes-AMG Team Mann-Filter sowie der Ferrari von AF Corse den Porsche bis zum Schluss unter Druck, doch der 911 GT3 R verfügte in der entscheidenden Rennphase über das nötige Tempo, um beide Konkurrenten hinter sich zu halten.
Der Mercedes-AMG mit der Startnummer 48 absolvierte ebenfalls ein nahezu perfektes Rennen und sicherte sich ohne nennenswerte Fehler den zweiten Gesamtrang. Der Ferrari mit der Nummer 51 überzeugte zwar mit herausragender Geschwindigkeit, wurde jedoch mehrfach zurückgeworfen. Dennoch gelang dem Team nach dem Start von der Pole-Position bereits der dritte Podestplatz in Folge bei den 24 Stunden von Spa.
Neben dem Kampf um den Gesamtsieg boten auch die vier Klassenwertungen spannenden Motorsport.
Den Sieg im Gold Cup holte sich der BMW von ROWE Racing mit der Startnummer 998. Jens Klingmann, Ugo de Wilde und 24-Stunden-Debütant Tim Tramnitz lieferten sich lange Zeit ein enges Duell mit dem McLaren von Garage 59, ehe das britische Team am Sonntagmorgen ausschied.
Im Silver Cup entwickelte sich ein packendes Finale. Der Ferrari mit der Startnummer 45 von Rinaldi Racing setzte sich mit David Perel, Dylan Medler, Rafael Duran und Alessandro Balzan knapp gegen den BMW mit der Nummer 30 von Team WRT durch.
Auch im Bronze Cup ging der Klassensieg an Ferrari. Dustin Blattner, Dennis Marschall, Ben Tuck und Mathys Jaubert triumphierten im Fahrzeug von Kessel Racing.
Die Pro-Am-Klasse gewann JMR und bescherte Corvette den ersten Klassensieg in Spa seit dem Gesamterfolg der amerikanischen Marke im Jahr 2009. Jeffri und Abu Bakar Ibrahim teilten sich das Siegerfahrzeug mit ihren Stammpartnern Ben Green und Jordan Love.
Auch abseits der Rennstrecke bot die Veranstaltung den 132.000 Besuchern ein außergewöhnliches Erlebnis. Den Auftakt bildete bereits am Mittwoch die traditionelle Parade durch die Stadt Spa, bei der Zehntausende Fans die Fahrzeuge aus nächster Nähe erleben und die Fahrer treffen konnten. Die kostenlose Veranstaltung ist längst zu einem festen Bestandteil der Spa-Woche geworden und erfreut sich größerer Beliebtheit denn je.
Auf dem Circuit wartete ab Donnerstag eine umfangreiche Fan Zone mit zahlreichen Attraktionen für Motorsportbegeisterte jeden Alters. An drei Abenden sorgte ein abwechslungsreiches Musikprogramm für Unterhaltung, darunter das traditionelle Elektro-Konzert am Samstagabend sowie zwei neue Veranstaltungen: die Rooftop Party und die Raidillon Party. Letztere verwandelte die berühmte Raidillon-Kurve in eine Tanzfläche und entwickelte sich schnell zu einem der Publikumsmagnete des Wochenendes.
Auch im Fahrerlager gab es zahlreiche Highlights. Porsche präsentierte erstmals den neuen 911 GT4 R, der 2027 sein weltweites Renndebüt feiern wird. Zudem wurden auf dem Dach des Boxengebäudes zahlreiche Supersportwagen ausgestellt. Ein weiterer Höhepunkt war die offizielle Einweihung des neuen Uhoda Towers.
Für zusätzliche Rennaction sorgte ein hochklassiges Rahmenprogramm mit der GT4 European Series, der Lamborghini Super Trofeo, der McLaren Trophy Europe sowie den GT3 Legends. Langeweile kam an keinem der Veranstaltungstage auf.
Die CrowdStrike 24 Hours of Spa 2026 unterstrichen eindrucksvoll die Stärke und internationale Bedeutung des modernen GT- und Langstreckensports. Vor dem Rennstart versammelten sich SRO-Motorsports-Group-Gründer und CEO Stéphane Ratel, RACB-Präsident François Cornelis, Automobile-Club-de-l'Ouest-Präsident Pierre Fillon sowie Mirco Hansen, Organisationsleiter des ADAC Ravenol 24h Nürburgring, gemeinsam in der Startaufstellung. Pierre Fillon gab das Rennen um 16:30 Uhr mit dem Schwenken der belgischen Flagge offiziell frei.
Damit kamen die Organisatoren der drei größten 24-Stunden-Rennen Europas – Spa-Francorchamps, Le Mans und Nürburgring – an einem Ort zusammen. Ergänzt wurde dieses Signal der engen Zusammenarbeit durch eine Videobotschaft von IMSA-Präsident John Doonan während der traditionellen Pressekonferenz. Die Botschaft war eindeutig: Der internationale GT- und Langstreckensport blickt einer vielversprechenden Zukunft entgegen.
Jenseits aller Träume bleiben am Ende unvergessliche Erinnerungen.
Text: SRO und Foto: Patrick Liepertz


