Am kommenden Wochenende (16.–18. Mai) gastiert der GT World Challenge Europe Sprint Cup auf dem traditionsreichen Circuit Zandvoort. Mit 41 Fahrzeugen geht eine Rekordzahl an den Start – mehr als je zuvor auf dem niederländischen Kurs und erst zum dritten Mal in der Geschichte des Sprint Cups mit über 40 Teilnehmern.
Nach dem Saisonauftakt in Brands Hatch (3./4. Mai), bei dem es zwei völlig unterschiedliche Gesamtpodien und verschiedene Sieger in den Gold- und Silver-Cups gab, verspricht auch Zandvoort ein hochspannendes Motorsportwochenende. Zumal mit dem Bronze Cup eine zusätzliche Klasse ins Geschehen eingreift, die beim britischen Lauf noch pausierte.
Wie gewohnt werden zwei Rennen à 60 Minuten ausgetragen – eines am Samstag (15:00 Uhr), eines am Sonntag (14:45 Uhr). Enge Duelle, zahlreiche Überholmöglichkeiten und der geringe Raum für Fehler lassen auf packende Action hoffen.
PRO-Klasse: Spannende Ausgangslage ohne klaren Favoriten
Im Pro-Feld bleibt alles beim Alten: Die elf Teams aus Brands Hatch treten erneut gegeneinander an. Nach dem knappen Sieg im zweiten Rennen führen Maro Engel und Lucas Auer (#48 Mercedes-AMG von Winward Racing) aktuell die Gesamtwertung an – dicht gefolgt von Vincent Abril und Alessio Rovera (#51 Ferrari von AF Corse – Francorchamps Motors), die das erste Rennen für sich entschieden, im zweiten jedoch leer ausgingen.
Ferrari stellt mit insgesamt drei Fahrzeugen die meisten Autos in der Pro-Klasse. Neben dem Stammfahrzeug bringt AF Corse ein weiteres Auto für Thomas Neubauer und Arthur Leclerc, während Emil Frey Racing mit Ben Green und Konsta Lappalainen ebenfalls einen 296 GT3 ins Rennen schickt. Beide Crews landeten in Brands Hatch auf den Plätzen vier und fünf – jeweils mit wechselndem Ausgang.
Garage 59 überraschte mit starker Leistung: Marvin Kirchhöfer und Benjamin Goethe sicherten sich Platz zwei im ersten Lauf. Ebenso überzeugte Team WRT im zweiten Rennen – dank schneller Boxenstopps und starker Fahrten von Charles Weerts und Kelvin van der Linde im #32 BMW.
Auch Patric Niederhauser und Sven Müller zeigten in Rennen 2 mit einem dritten Platz ihre Klasse – sowohl an der Box als auch auf der Strecke. Barwell Motorsport landete mit Sandy Mitchell und Hugo Cook in beiden Läufen solide in den Top 10.
Für fünf Pro-Teams, darunter HRT (Ford), Grasser Racing (Lamborghini) und Walkenhorst Motorsport (Aston Martin), ist Zandvoort nun die Gelegenheit, erstmals Punkte einzufahren. Auch die Teams von Boutsen VDS und CSA Racing hoffen auf ein besseres Ergebnis in den Dünen.
GOLD & SILVER: Hochklassige Kämpfe in beiden Kategorien erwartet
Das Heimrennen könnte besonders für Thierry Vermeulen zum Erfolg werden. Der Niederländer zeigte zusammen mit Chris Lulham im #69 Ferrari von Emil Frey Racing in Brands Hatch eine bärenstarke Vorstellung: Pole-Position, Klassensieg im Gold Cup und sogar ein Platz auf dem Gesamtpodium. Eine Wiederholung auf heimischem Boden scheint keineswegs ausgeschlossen – zumal das Team in Zandvoort bereits stark aufgetreten ist.
Doch auch andere Teams meldeten sich mit Nachdruck: Al Faisal Al Zubair und Jens Klingmann gewannen im #777 BMW von AlManar Racing by Team WRT das zweite Rennen und zählen ebenfalls zu den Favoriten. Garage 59 mit Adam Smalley und Louis Prette sowie Tresor Attempto Racing mit konstanten dritten Plätzen präsentierten sich ebenfalls gut aufgelegt. Saintéloc Racing hingegen blieb trotz guter Pace ohne Podium – ein Umstand, den das Audi-Team in Zandvoort unbedingt ändern möchte.
Im Silver Cup unterstrichen Aurélien Panis und Cesar Gazeau von Boutsen VDS ihre Favoritenrolle mit einem Sieg im zweiten Lauf. AF Corse – Francorchamps Motors holte mit Jef Machiels und Marcos Siebert den ersten Sieg der Saison. Das niederländische Duo Maxime Oosten und Mex Jansen im #92 BMW von Paradine Competition dürfte bei den heimischen Fans für Begeisterung sorgen. Auch Rutronik Racing bringt mit Loek Hartog einen Lokalhelden an den Start.
Weitere Teams mit Podiumsambitionen sind die Audi-Crews von Saintéloc und Tresor Attempto. Weniger erfolgreich verlief der Auftakt für Lamborghini-Teams wie Barwell und Grasser – doch frühere starke Auftritte in Zandvoort machen Hoffnung. Die bunte Silver-Cup-Klasse umfasst zudem Fahrzeuge von Team WRT (BMW), Steller Motorsport (Corvette) und Comtoyou Racing (Aston Martin).
BRONZE: Titelverteidiger unter Druck
Erstmals in dieser Saison greift auch der Bronze Cup ins Geschehen ein. Mit zwölf Fahrzeugen ist die Klasse gut besetzt – allen voran mit dem Titelverteidiger-Duo Darren Leung und Dan Harper im #991 BMW von Paradine Competition. Die beiden Briten gelten auch in diesem Jahr als Maßstab.
Doch der Konkurrenzdruck ist groß: Die letztjährigen Vizemeister Dennis Marschall und Dustin Blattner treten nun im #74 Ferrari von Kessel Racing an. Auch Ziggo Sport Tempesta bringt einen Ferrari 296 ins Feld – mit dem erfahrenen Eddie Cheever und Neuzugang Marco Pulcini. Das niederländische Fernsehnetzwerk Ziggo Sport ist neuer Hauptsponsor des Teams – perfekte Voraussetzungen für Aufmerksamkeit in Zandvoort.
Auch Tresor Attempto Racing kehrt zurück – mit Andrey Mukovoz und Dylan Pereira im #66 Audi. Imperiale Racing setzt auf das Duo Dmitriy Gvazava und Neuzugang Loris Spinelli im Lamborghini. CSA Racing bringt einen McLaren für Arthur Rougier und Isaac Tutumlu Lopez, während Comtoyou Racing auf die brasilianische Fahrerpaarung Rafael Suzuki und Ricardo Baptista im Aston Martin setzt.
Lionspeed GP feiert sein Sprint-Cup-Debüt mit zwei Porsche: Gabriel Rindone teilt sich den #80 mit dem amtierenden Sprint-Champion Ricardo Feller; Bashar Mardini und Bastian Buus fahren den #89.
Auch Winward Racing könnte um den Klassensieg kämpfen: Rinat Salikhov und Gabriele Piana pilotieren den Mercedes-AMG. Weitere Teilnehmer sind Saintéloc Racing (Audi) mit Ghanim Salah Al-Maadheed und Ibrahim Al-Abdulghani sowie Grasser Racing mit Georgi Donczew und Werksfahrer Christian Engelhart im Lamborghini.
Zeitplan (MESZ)
Freitag, 16. Mai
Freies Training: 10:20–12:00
Pre-Qualifying: 15:10–16:10
Samstag, 17. Mai
Qualifying 1: 10:00–10:10 (LIVE im TV)
Rennen 1: 15:00–16:00 (LIVE im TV)
Sonntag, 18. Mai
Qualifying 2: 09:00–09:10 (LIVE im TV)
Rennen 2: 14:45–15:45 (LIVE im TV)
Text und Foto: SRO/GT World Challenge Europe


